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Gruß aus Ludwigsburg an die Frauen der Welt Drucken
16.09.12 –

Der "Aufruf an die Weltfrauen und Weltmädchen", der auf dem 10. Frauenpolitischen Ratschlag in Ludwigsburg verabschiedet wurde, endet mit den Worten: "Schließen wir uns also mit unseren Freundinnen und Kämpferinnen der ganzen Welt zusammen! Nehmen wir Kurs auf die 2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen 2016! Wir haben eine Welt zu gewinnen! Vamos mujeres!"

 

Dieser "Jubiläums"-Ratschlag versammelte zwischen 800 und über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter in diesem Jahr mehr junge Frauen und Mädchen. Auftakt war eine lila-bunte "Weltfrauendemonstration" durch Ludwigsburg.

 

Der anschließende "Frauenpowermarathon" spannte den Bogen von "Religion bis Revolution". (siehe unsere Pressemitteilung vom 3.9.) Er brachte Vertreterinnen vieler Facetten und der unterschiedlichen Flügel der Frauenbewegung zusammen. Bei allen bestehenden Differenzen einte sie der Wunsch, in diesem breiten Spektrum zukünftig noch enger zusammen zu arbeiten.

 

Gleichzeitig fand der Songcontest mit 40 auf der Bühne auftretenden Teilnehmern und 13 Beiträgen statt - unter freiem Himmel bei bester freundschaftlicher Stimmung. Der erste Tag endete mit einem Open-Air-Festival mit fetziger Musik und Endausscheidung zwischen den drei besten Gruppen des Songcontest. Den ersten Platz gewannen "Sarafina, Belive und Dario" aus Duisburg mit ihrem Lied "Wir sind die Hälfte des Himmels".

 

Bei der Podiumsdiskussion am Sonntag stellten sich sieben "Pionierinnen der Frauenbewegung" vor, die an bestimmten Punkten der Frauenbewegung den Weg geebnet haben: Clariste aus Mali; die in Deutschland lebende iranische Migrantin Zaman Masudi; Marie Bauer, die sich als Jugendvertreterin gegen Mobbing und Sexismus durchsetzen musste; Barbara Emme aus Berlin, genannt "Emmely", die erfolgreich gegen ihre politisch motivierte Kündigung kämpfte; Linda Weißgerber als Vertreterin des überparteilichen Frauenverbandes Courage; Esperanza, spanische Bergarbeiterfrau und Mitbegründerin der Organisation "Frauen der Kohle im Kampf" sowie Ulja Schweitzer, eine junge Arbeiterin, die engagiert die erste Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen mit vorbereitete und durchführte.

 

Sie sprachen stellvertretend für viele, die sich weltweit - oft "im Stillen" - für die Frauenbewegung engagieren. Gemeinsam mit Beiträgen und Fragen aus dem Publikum haben sie wichtige Zukunftsaufgaben der internationalen Frauenbewegung umrissen: zum gemeinsamen Kampf gehören Visionen, gehört die ganze Bandbreite des Lebens, gehört der Respekt vor der jeweiligen Mentalität, aber auch gegenseitiges Kennen- und Voneinanderlernen ...

 

Der 10. Frauenpolitische Ratschlag endete mit der bewegenden Verabschiedung des "Lkw nach Griechenland" für die Stahlarbeiter von Aspropirgos und ihre Familien. 2.715 Euro an Spenden zur Finanzierung der Fahrt waren zusammen gekommen. Sofia Roditi, Sprecherin der Stahlarbeiterfrauen, rief von der Rampe des Lkw: "Ihr in Deutschland schaut auf uns. Kämpft, damit sie euch nicht eure Rechte wegnehmen! Wir müssen uns zusammenschließen und gemeinsam kämpfen. Wir hätten nie gedacht, dass diese Aktion ein solch großer Erfolg wird. Ich möchte euch im Auftrag der Stahlarbeiter aus Griechenland ganz herzlich danken." Der mit 270 Paketen voll beladene Lkw wurde mit "Hoch die internationale Solidarität"-Rufen, dem Lied "Brot und Rosen" sowie einem letzten Countdown auf die Reise geschickt.

 
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