AUFRUF Zu einem Tag der internationalen Solidarität

Mit den 595 Reinigungsfrauen des griechischen Finanzministeriums

Wir Reinigungsfrauen des Finanzministeriums haben am 17. September 2013 unsere Arbeitsplätze verloren und wollen Euch vorschlagen unsere Kräfte zu vereinen und für Samstag, den 20. September einen internationalen Solidaritätstag zu organisieren.


 Wir Reinigungsfrauen des Finanzministeriums, die am 17. September 2013 entlassen und deren Arbeitsplätze an private Subunternehmer vergeben wurden, führen seit 11 Monaten einen Überlebenskampf gegen die Sparpolitik und ihre Vertreter, die Regierung Samaras und die Troika.   

Jeden Tag gehen wir auf die Straße und fordern unsere Arbeit und unsere Rechte, wir widerstehen der Polizeigewalt und der Regierungspropaganda. Die griechische Justiz hat uns Recht gegeben, aber die Regierung weigert sich Folge zu leisten und den Beschluss auszuführen. Wir bitten Euch, Bürgerinitiativen und soziale Bewegungen, Gewerkschaften, Frauenorganisationen, politische Parteien und Bürger der ganzen Welt, Euch, die Ihr das Unrecht nicht akzeptiert und das Leiden mit den Opfern teilt, laut und deutlich Eure Solidarität mit unserem Kampf ums Überleben und um unsere Würde zum Ausdruck zu bringen, mit einem Kampf, der auch der Eure ist.

 Wir schlagen Euch vor, dass wir unsere Kräfte zusammenschließen und einen internationalen Solidaritätstag organisieren.  

Der Zeitraum, den wir vorschlagen, liegt zwischen dem 15. und dem 22. September, das ist die Woche vor dem endgültigen Gerichtsbeschluss für die 595 Reinigungsfrauen, der am 23. September verkündet wird. Die internationale Aktion könnte am 20. September stattfinden.

 

Wir könnten uns zum Ziel setzen, verschiedene Solidaritätsaktionen zu organisieren, wie Kundgebungen und Demonstrationen, Versammlungen vor griechischen Botschaften und Konsulaten, vor Gebäuden des IWF in Washington und der europäischen Zentralbank in Frankfurt oder an anderen Orten Eurer Wahl.

 

Gegenwärtig bereiten wir schon für den 16. und 17. September die Beteiligung einer Delegation von Reinigungsfrauen an einer Kundgebung im Europaparlament von Straßburg vor.

 

Wenn Ihr Euch an dieser Initiative beteiligen wollt, informiert uns bitte bis zum 30. August, damit wir wissen, welche Länder und welche Städte beteiligt sein werden.

 

Siehe auch:

 

http://595katharistries.wordpress.com https://www.facebook.com/595kathari...
Kontakt: Sonia Mitralia, Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können , Tel : 0030 2109420681, 0030 693229511

 

DENKT NICHT, DASS WIR AUFGEBEN WERDEN!

 

Wir sind die 595 Reinigungsfrauen des Finanzministeriums, die am 17. September 2013 ihre Arbeitsplätze verloren haben. Die Regierung hat uns entlassen und beschlossen, unsere Arbeit an Subunternehmer zu vergeben, ohne auch nur die geringsten Einsparungen zu erreichen. Unser Lohn schwankte zwischen 300 und 600 € monatlich. Wir sind Menschen, keine Nummern.

 

Wir haben uns nicht gebeugt. Seit dem 17. September sind wir jeden Tag auf der Straße und fordern unsere Arbeit, die unser Leben bedeutet.

 

Die Regierung versucht mit allen Mitteln unseren gerechten Kampf zu unterbinden. Die Bilder der Gewalt gegen wehrlose Frauen von 50-60 Jahren durch Sondereinsatzkommandos sind um die ganze Welt gegangen. Einige von uns mussten aufgrund der barbarischen und ungerechtfertigten Angriffe der Polizei gegen uns stationär im Krankenhaus aufgenommen werden.

 

Wir haben uns für unsere Würde entschieden. Zehn Monate Kampf, zehn Monate großer Armut und Probleme. Aber wir haben unseren Kampf weiter geführt und werden ihn fortsetzen. Wir fordern das unantastbare Recht auf Leben.

 

Eine Welle der Solidarität geht durch die Gesellschaft. Arbeiter, Entlassene, Arbeitslose, Schüler, Studenten, Rentner und Artisten bekunden ihre Unterstützung mit allen möglichen Mitteln.

 

Die griechische Justiz hat uns Recht gegeben, und trotzdem weigert sich die Regierung, die Gerichtsbeschlüsse zu respektieren und anzuwenden. Sie rächt sich an uns, weil wir uns entschieden haben, in Würde zu leben.

 Die Solidarität ist die Waffe der Völker. Wir bitten Euch alle, Euch mit unserem Kampf für unser Leben und unsere Würde solidarisch zu erklären. Wir bitten Euch, den Text zur Unterstützung zu unterzeichnen und dafür Unterschriften zu sammeln; er wird die Regierung zwingen, die Entscheidung der griechischen Justiz umzusetzen, der sie ja keinen Cent ihres Budgets kostet.
 
ALLE ZUSAMMEN KÖNNEN WIR EINE SOLCH BARBARISCHE POLITIK VERHINDERN